Das Audio-Ecosystem, Teil 3: Lautsprecher

Chris Lyons | 18.06.2020

Eine Besprechung ohne Bild ist immer noch eine Besprechung; eine Besprechung ohne Ton ist gestrichen. Tatsächlich geben 81% der IT-Entscheidungsträger an, dass der Ton den größten Einfluss auf die Qualität von Videokonferenzen hat. Guter Ton ist ein Thema, das leicht übersehen wird – schlechter Ton dagegen lässt sich nicht überhören. Er ist ermüdend, lenkt ab und behindert die Verständigung, was sich in der Summe produktivitäts- und umsatzmindernd auswirkt.

In dieser Serie von Blogbeiträgen erläutern wir, wie die verschiedenen Bestandteile eines Audio-Ecosystems die Klangqualität beeinflussen. Ein Audiosystem soll die Stimmen der Personen in einem Raum für die Übertragung an einen anderen Standort abnehmen und die Beiträge der Teilnehmer vom anderen Standort wiedergeben. In diesem dritten Blogbeitrag erörtern wir die Rolle des Lautsprechers.

Während ein Mikrofon Schallwellen in ein elektrisches Signal umwandelt, macht ein Lautsprecher genau das Gegenteil: Er wandelt ein elektrisches Signal in Schallwellen um. Wichtige Auswahlkriterien für Deckeneinbaulautsprecher in Besprechungsräumen sind die Größe, die maximale Lautstärke und der Abdeckungsbereich. Seit einiger Zeit wird zudem häufig Wert darauf gelegt, dass die Lautsprecher netzwerkfähig sind, da dies die Bedienung und Überwachung vereinfacht.

Ein wachsender Trend sind netzwerkbasierte Lautsprecher, die fortschrittliche und zeitsparende Funktionen bieten.

Klangqualität

Natürlich ist die Hauptaufgabe eines Deckeneinbaulautsprechers im Besprechungsraum die deutliche Wiedergabe von Sprache. Allerdings werden in modernen AV-Konferenzräumen sehr unterschiedliche Multimediainhalte eingesetzt, weshalb der Lautsprecher zusätzlich auch Musik und andere Audiosignale in hoher Qualität wiedergeben sollte. In vielen Fällen ist der Einsatz eines 2-Wege-Systems sinnvoll, das einen für den Sprachbereich optimierten Frequenzgang bietet, jedoch über einen ausreichenden Übertragungsbereich zur Wiedergabe von Musik und verschiedenen anderen Signalen verfügt.

Endstufen

Alle Lautsprecher brauchen einen Verstärker. Die Installation von Endstufen ist jedoch oft kompliziert: Sie benötigen viel Platz, eine Gleichstromversorgung und sie erzeugen Wärme. Bei Dante-fähigen Lautsprechern hingegen ist die Endstufe bereits integriert, die Stromversorgung kann bequem über PoE oder PoE+ über das gleiche Netzwerkkabel erfolgen, das auch das Audiosignal überträgt. Der Einsatz solcher Lautsprecher macht Endstufen komplett überflüssig. Der Schalldruckpegel eines PoE-Lautsprechers ist für viele typische AV-Konferenzanwendungen ausreichend. Jedoch kann das Aufrüsten auf PoE+ den Ausgangspegel deutlich erhöhen, zum Beispiel für Räume, in welchen höhere Lautstärken notwendig sind.

Signal-Routing

In den meisten Besprechungsräumen werden traditionelle Deckeneinbaulautsprecher eingesetzt, die per Kabel mit der Endstufe verbunden werden müssen. Alle Endstufen werden über den Ausgang des Audio-Mischpults mit dem gleichen Signal versorgt. Netzwerkbasierte Lautsprecher hingegen können ihr Signal von einem beliebigen Punkt im Audionetzwerk beziehen, was ein flexibleres Signal-Routing ermöglicht. Außerdem entfällt zusammen mit der Endstufe auch die Notwendigkeit, die Signalpegel zwischen Mixer und Endstufe sowie zwischen Endstufe und Lautsprecher anzupassen.

Integrierte Signalverarbeitung

Deckeneinbaulautsprecher stellt man sich oft als passive Geräte vor, die schlicht das an sie gesendete Signal reproduzieren. Dabei können sie viel mehr leisten und die Klangqualität des Audiosystems aktiv verbessern. Selbst wenn die Audiosignale im Mixer oder durch einen DSP umfassend bearbeitet werden, ist in vielen Fällen noch eine weitere Signalverarbeitung sinnvoll, die sich zum Beispiel nur auf einen Teil des Raums oder nur auf einen bestimmten Lautsprecher auswirkt. Mit netzwerkbasierten Lautsprechern entfallen die Kosten und der Zeitaufwand für die Synchronisierung externer Stand-alone-DSP-Lösungen, vor allem, wenn sie mit Mikrofonen wie dem MXA910 mit IntelliMix® kombiniert werden, die über interne DSPs verfügen.

So kann ein integrierter Equalizer (EQ) zum Beispiel die Raumresonanzen und Reflektionen kompensieren, die durch naheliegende Wände entstehen. Ein digitales Delay wiederum synchronisiert das Audiosignal so, dass es mit der Lippenbewegung des Moderators übereinstimmt, und ein Limiter stellt sicher, dass der Schallpegel einen bestimmten vorgeschriebenen Maximalwert nicht überschreitet. Eine Testton-Funktion kann viel Zeit beim Einmessen und Einrichten des Systems sparen, da sie die Kontrolle des Signalpfads und die Lautsprecher-Zuordnung erleichtert.

Datensicherheit

Dante-fähige Lautsprecher bieten optimierte Sicherheitsfunktionen für Ihre Audioverbindungen. Mit der Shure Audio Encryption wird eine höhere Übertragungssicherheit innerhalb der gesamten Signalkette gewährleistet. Ein deutlicher Vorteil für Kunden, die besonderen Wert auf die Datensicherheit legen. Die Verschlüsselung stellt sicher, dass keine unautorisierten Personen das Signal auf dem Weg vom Mikrofon zum Lautsprecher abgreifen können.

Remote-Management

Doch ganz gleich wie fortschrittlich Ihr Beschallungssystem ist: Die Lautsprecher müssen, wie alle Systemkomponenten, in regelmäßigen Intervallen gewartet werden. Netzwerkbasierte Lautsprecher bieten dabei den entscheidenden Vorteil der Fernsteuerbarkeit und -überwachung. Die Audio Management Software kann jeden Lautsprecher auf einwandfreie Funktion überprüfen und eine Benachrichtigung an den Techniker senden, sobald ein Lautsprecher ausfällt oder nicht mehr einwandfrei funktioniert. Die Techniker müssen das System somit nicht ständig überwachen, sondern nur noch aktiv werden, wenn tatsächlich etwas geprüft, repariert oder ausgetauscht werden muss.

Deckeneinbaulautsprecher sind mittlerweile eine entscheidende Komponente des Audio-Ecosystems und können die Systemeinrichtung und -überwachung erheblich vereinfachen. Dank Netzwerk-Konnektivität und fortschrittlichen Konfigurationstools können sie wesentlich mehr als einfach nur Schall wiederzugeben - sie tragen aktiv zur Klangqualität bei.

Hier finden Sie weitere Artikel zum Shure Audio-Ecosystem für Videokonferenzen:

Der netzwerkfähige Deckeneinbaulautsprecher Shure MXN5W-C bietet hochwertige Klangqualität für AV-Konferenzen. Er lässt sich über das Dante Audio-Netzwerkprotokoll nahtlos mit anderen netzwerkbasierten, PoE-fähigen Audiogeräten von Shure verbinden - für herausragende Klangqualität bei minimalem Installationsaufwand. Mehr erfahren.

Chris Lyons

Chris Lyons is a 30-year Shure veteran who has filled a variety of different marketing and public relations roles. His specialty is making complicated audio technology easy to understand, usually with an analogy that involves cars or food. He doesn't sing or play an instrument, but he does make Shure Associates laugh once in a while.