Mikrofone und Mikrofonierungstechniken für Konferenzsysteme

Mikrofone und Mikrofonierungstechniken für Konferenzsysteme

Davida Rochman | November 4, 2015

Mikrofone und Mikrofonierungstechniken für Konferenzsysteme 

In unserer zusehend digital bestimmten Welt  sterben AV-Abteilungen in Unternehmen weitgehend aus. In vielen Fällen  haben sich die Verantwortlichkeiten verschoben und wurden auf die  IT-Abteilungen übertragen. Im Zuge computerbasierter Verwaltungssysteme  und Netzwerke müssen IT-Manager heutzutage Audiosignale für alle  möglichen Unternehmensanwendungen bereitstellen.

Obwohl große Teile der Audioübertragung mittlerweile digital  ablaufen, bleiben die zentralen Stellen im Signalweg – die Abnahme durch  das Mikrofon und die Beschallung durch den Lautsprecher – unweigerlich  analog. Genauso wie Audioprofis, die sich mit neuen digitalen  Technologien vertraut gemacht haben, sehen sich viele IT-Techniker nun  mit den grundlegenden Kenntnissen der Akustik und Klangübertragung  konfrontiert. In Unternehmen stellen netzwerkbasierte Konferenz- und  Diskussionssysteme in der Regel die erste große Hürde dar.

Obwohl große Teile der Audioübertragung mittlerweile digital ablaufen,  bleiben die zentralen Stellen im Signalweg – die Abnahme durch das  Mikrofon und die Beschallung durch den Lautsprecher – unweigerlich  analog. Genauso wie Audioprofis, die sich mit neuen digitalen  Technologien vertraut gemacht haben, sehen sich viele IT-Techniker nun  mit den grundlegenden Kenntnissen der Akustik und Klangübertragung  konfrontiert. In Unternehmen stellen netzwerkbasierte Konferenz- und  Diskussionssysteme in der Regel die erste große Hürde dar.     

Das oberste Gebot: Sprachverständlichkeit

Bevor wir beginnen: Klangqualität ist keine absolute Größe,  sondern muss stets im jeweiligen Kontext betrachtet und bewertet werden.  So weist ein optimaler Klang für Sprachübertragungen andere Merkmale  auf als für Musik. Warum ist das so?

Bei der Wiedergabe von Musik geht es um Klangtreue. Eine gute  Musikbeschallung basiert auf der akkuraten Reproduktion des gesamten  Frequenzspektrums von Stimmen und Instrumenten. Das harmonische  Verhältnis von Grund- und Obertönen, gepaart mit einem passenden  Raumklang, kann zu Momenten außergewöhnlicher Schönheit führen.

Bei der Sprachübertragung dreht sich hingegen alles um die  Sprachverständlichkeit. Das Ziel ist das jederzeitige, problemlose  Verstehen der gesprochenen Wörter. Klingt eigentlich ganz einfach, oder?  Das Problem sind Interferenzen infolge unerwünschter Klänge und  Nebengeräusche, die einen negativen Einfluss auf die  Sprachverständlichkeit haben können.

Haben Sie jemals einem Vortrag in einem altehrwürdigen Auditorium  mit hohen Decken beigewohnt? Die gleichen zeitlich versetzten  Reflexionen, die Musik groß und prachtvoll wirken lassen, sind der  natürliche Feind der Sprachverständlichkeit.

Doch genau diese Sprachverständlichkeit ist von elementarer  Bedeutung in Unternehmen, Bildungseinrichtungen und Regierungsgebäuden.  Niemand möchte, dass die Stimme des Geschäftsführers untergeht. Niemand  möchte, dass Unterrichtsinhalte nicht zu verstehen sind. Niemand möchte,  dass ein Abgeordneter seine Argumente nicht klar und deutlich darlegen  kann. Aus diesem Grund gilt es, sämtliche Interferenzen, die die  Verständlichkeit der menschlichen Stimme in einem Meeting oder einer  Konferenz beeinträchtigen, auf ein Minimum zu reduzieren.

Alles beginnt mit dem Mikrofon

Die Klangqualität eines Audiosystems ist nur so gut, wie ihr  schwächstes Glied. Daher muss bereits der Abnahme der Schallquelle  höchste Aufmerksamkeit geschenkt werden. Das Mikrofon stellt dabei immer  den ersten elementaren Schritt dar.

In Meetings und Konferenzen kommen in der Regel Tischmikrofone  und am Körper getragene Mikrofone zum Einsatz. Spezialisierte Vertreter,  wie Grenzflächen oder von der Decke hängende Mikrofone, sind ebenfalls  häufig anzutreffen. Ob für Gesang oder Sprache – einige Design- und  Konstruktionselemente eines Mikrofons gelten als universell. So verfügen  die allermeisten Vertreter über interne Poppfilter und dämpfende  Aufhängungen, mit denen sich unerwünschte Nebengeräusche wirkungsvoll  unterdrücken lassen. Die Größe, Form, das Gewicht und das Handling sind  hingegen individuell und beeinflussen sich gegenseitig.

Selbst Festinstallationen in Meeting- und Konferenzräumen stellen  die Verantwortlichen immer wieder vor große Herausforderungen bei der  Konfiguration eines passenden Mikrofonsystems. Dabei definiert das  eingesetzte System – etwa eines, das auch dem Publikum ermöglicht, über  Mikrofone an einer Diskussion teilzunehmen, im Gegensatz zu Vorträgen  mit nur einem Redner – zu einem Großteil, welcher Mikrofontyp verwendet  wird. Wir halten fest: Bestimmte Konstruktionsprinzipien von Mikrofonen  gelten für alle Varianten, während andere nur in bestimmten Anwendungen  zum Einsatz kommen und eine jeweils unterschiedliche Einsatztechnik  erfordern, um das volle Potenzial eines Mikrofons entfalten zu können.

Der Einsatz von Mikrofonen in Meetings und Konferenzen

Starten wir mit ein paar grundlegenden Setup- und Anwendungstipps  zur Verbesserung der Sprachverständlichkeit, die in jedem Meeting und  jeder Konferenz funktionieren und die man gezielt an die IT-Kollegen und  Teilnehmer weiterreichen sollte.

  • Sprechen Sie deutlich und natürlich
  • Richten Sie das Mikrofon immer auf Ihren Mund aus und weg von störenden Klangquellen.
  • Vermeiden Sie eine übermäßige Handhabung des Mikrofons, Trommeln mit den Fingern auf dem Tisch, unnötiges Papierrascheln usw.

Werfen wir nun einen Blick auf die Mikrofontypen, die im Rahmen  Ihres Konferenz- oder Diskussionssystems normalerweise zum Einsatz  kommen. Für jeden Mikrofontyp halten wir ein paar Tipps parat:

handheld microphone being used at meeting

Handmikrofone

Setup

  • Platzieren Sie das Mikrofon für einen ausgewogenen,  natürlichen Klang etwa 10 bis 30 cm vom Mund des Redners entfernt und  richten sie das Mikrofon leicht versetzt auf den Mund aus, um  Atemgeräusche zu minimieren.
  • Bei Verwendung eines gerichteten Mikrofons entsteht aufgrund  des Nahbesprechungseffekts ein stark basslastiger Klang, sobald sich  der Sprecher zu nah am Mikrofon befindet. Sollte dieser Fall auftreten,  lassen sich übermäßige Bassfrequenzen mittels EQ (Hochpassfilter)  nachträglich abmildern.
  • Wer zu direkt in das Mikrofon spricht, verstärkt die  Übertragung von Atemgeräuschen. Verwenden Sie in diesem Fall einen  externen Poppfilter, um Atemgeräusche zu reduzieren.

Anwendung

  • Greifen Sie das Mikrofon nur an seinem Korpus. Ein Berühren  oder Abdecken des Mikrofonkorbs beeinträchtigt die Richtwirkung des  Mikrofons.         

gooseneck microphone in meeting room

Schwanenhals-Mikrofone

Setup

  • Platzieren Sie das Mikrofon etwa 20 bis 40 cm vom Mund des  Redners entfernt und richten sie das Mikrofon leicht versetzt auf den  Mund aus. Richten Sie das Mikrofon zusätzlich auf eine Stelle leicht  unterhalb des Mundes aus, um Atemgeräusche zu minimieren.
  • Sobald das Mikrofon für einen Teilnehmer ausgerichtet ist, sollten Sie das Mikrofon oder den Schwanenhals nicht mehr berühren.

Anwendung

  • Achten Sie darauf, einen konstanten Abstand zum Mikrofon einzuhalten, um einen gleichmäßigen Pegel zu produzieren.
  • Tippen oder pusten Sie nicht auf bzw. in das Mikrofon.

lavalier microphone on shirt 

Lavalier-Mikrofone

Setup

  • Platzieren Sie das Mikrofon so nah wie möglich am Mund, vorzugsweise am Halsausschnitt.
  • Vermeiden Sie es, das Mikrofon unterhalb der Kleidung  anzubringen oder in anderen Positionen, an denen Kleidung und andere  Gegenstände mit dem Mikrofon in Berührung kommen können.
  • Verwenden Sie einen Windschutz, insbesondere beim Einsatz gerichteter Lavalier-Mikrofone.

Anwendung

  • Um stets in der Haupteinsprechrichtung des Mikrofons zu  bleiben, gewöhnen Sie sich an, Bewegungen weniger mit dem Kopf und mehr  über den gesamten Körper vorzunehmen.
  • Lavalier-Mikrofone sind sehr empfindlich und übertragen  selbst subtile Nebengeräusche. Sobald Sie das Mikrofon tragen, sollten  Sie das Mikrofon sowie das Kabel nicht mehr berühren.
  • Vermeiden Sie es, direkt in das Mikrofon zu atmen.

headworn microphone 

Nackenbügel-Mikrofone

Setup

  • Richten Sie das Mikrofon nicht direkt auf den Mund aus, um übermäßige Atemgeräusche zu vermeiden.         
  • Platzieren Sie das Mikrofon leicht unterhalb des Mundwinkels, ohne dass das Mikrofon das Gesicht berührt.
  • Verwenden Sie einen Windschutz zur Vermeidung von Atemgeräuschen.

Anwendung

  • Passen Sie den Nackenbügel sorgfältig an, um einen sicheren und komfortablen Sitz zu gewährleisten.
  • Tippen Sie nicht auf das Mikrofon.

In der Computerwissenschaft gibt es einen Leitspruch, der sich  gleichermaßen auf den Audiosektor übertragen lässt: Unsinn rein, Unsinn  raus. Computer benötigen präzise Daten, um verlässliche Resultate zu  generieren. Ein Audiosystem verhält sich ähnlich und ist nur so gut wie  die Eingangssignale, die ihm zugeführt werden. Der erste Schritt: Der  korrekte Einsatz der verwendeten Mikrofone.

Davida Rochman

A Shure associate since 1979, Davida Rochman graduated with a degree in Speech Communications and never imagined that her first post-college job would result in a lifelong career that had her marketing microphones rather than speaking into them. Today, Davida is a Corporate Public Relations Manager, responsible for public relations activities, sponsorships, and donation programs that intersect with Shure at the corporate and industry level.