Konferenzsysteme für Parlament und Versammlungen

Kevin Beazley | 25.03.2019

Es gibt eine Reihe bewährter Vorgehensweisen, neben technischen Aspekten, die für AV Anforderungen für Ausschüsse und Versammlungen berücksichtigt werden sollten. Jede dieser Methoden wird Ihnen helfen, das gewünschte Ergebnis zu erzielen: effiziente und effektive Sitzungen mit transparenter und präziser Audioqualität.

Auf die Größe kommt es an

Zuerst müssen die Anforderungen an das System geklärt werden – wie groß oder kompakt muss es sein? Das richtige System für die richtige Zielgruppe liefert nicht nur das beste Ergebnis, sondern stellt auch die Finanzabteilung zufrieden, da das Budget angemessen und zweckdienlich genutzt wird.

Ausschusssitzungen finden in der Regel in kleineren Räumen statt, mit einem Videobildschirm, wenigen oder einfachen Abstimmungsfunktionen sowie Mikrofonen mit Sprechtaste. Plenarsäle hingegen können viel größer dimensioniert sein, eine Zuschauertribüne, mehrere Projektoren und Bildschirme sowie kabelgebundene oder drahtlose Konferenzsysteme beinhalten. 

In jedem Fall kann die Konsultation eines qualifizierten Systemintegrators oder eines Herstellers dabei helfen, Kosten einzusparen und potentielle Probleme im weiteren Projektverlauf zu umgehen.

Ein Drahtlossystem lässt sich sehr schnell installieren und sogar mit relativ geringen bis hin zu keinen Vorkenntnissen in Betrieb nehmen. Wenn ein komplexeres System benötigt wird, das auch Features wie Datenerhebung und eine Abstimmungsfunktion bietet, ist für die Installation etwas mehr Zeit und möglicherweise auch eine Schulung erforderlich. Gute Integratoren und Hersteller bieten daher immer technische Hilfestellung und Unterstützung durch ihren eigenen Kundendienst an, um eine erfolgreiche Installation und Inbetriebnahme zu gewährleisten.

Die Raumakustik berücksichtigen 

Die Raumakustik kann einen erheblichen Einfluss auf den Gesamtklang eines AV-Systems haben. Besonders da die genutzten Örtlichkeiten für Versammlungen sich stark voneinander unterscheiden können, vom kleinen Zimmer in einem Altbau bis zum modernen, durchdesignten Sitzungssaal. In älteren Ausschuss- und Ratsgebäuden, die oft mit hölzernen Decken und Fußböden ausgestattet sind, lässt sich mithilfe von Teppichen leicht eine Klangverbesserung erzielen.

In modernen Gebäuden, die häufig harte, reflektierende Flächen – beispielsweise aus Glas – aufweisen, kann die Akustik mittels Jalousien verbessert werden, um die Sprachverständlichkeit zu erhöhen. Hochwertige AV-Systeme bieten außerdem eine digitale Signalverarbeitung, mit der man den Klang für jede Veranstaltung optimieren und unerwünschten Raumreflexionen entgegenwirken kann. 

Größere Sitzungsräume und ältere Ratssäle stellen häufig eine besondere Herausforderung dar – sie sind teilweise hunderte Jahre alt und wurden in einer Zeit gebaut, als Architekten durch die Raumgestaltung die Stimme der Sprecher auf natürliche Weise verstärken wollten. In diesen großen Räumen, welche die Schallausbreitung unterstützen, sind hochwertige, intelligent platzierte Mikrofone für die Kommunikation mit den anderen Teilnehmern unerlässlich – was bei hitzigen Debatten bisweilen übersehen oder vergessen wird.

Mikrofonierung in Sitzungsräumen 

Mikrofone nehmen grundsätzlich den von vorn einfallenden Schall auf. Daher erzielt man das beste Ergebnis, indem man deutlich und direkt in die Vorderseite der Mikrofonkapsel spricht. Aus diesem Grund werden in Rats- und Plenarsälen üblicherweise gerichtete Mikrofone eingesetzt, die gegenüber vorn eintreffendem Schall am empfindlichsten und für Schall aus anderen Richtungen weniger empfindlich sind. Dadurch unterdrücken sie sehr wirkungsvoll unerwünschte Klangquellen oder Hintergrundgeräusche (wie das Sprechen anderer Rats- oder Ausschussmitglieder, Störgeräusche im Raum usw.).

Der richtige Umgang mit dem Mikrofon kann sich für einen Sprecher sehr vorteilhaft auswirken. Ein Redner, der in natürlicher Lautstärke klar und deutlich spricht und sich dabei dem Mikrofon zuwendet, kann sich auf ruhige, souveräne Weise an der Diskussion beteiligen und seine Argumente vorbringen. Dagegen muss ein Redner, der sich vom Mikrofon wegdreht oder sich ohne Mikrofon an das Publikum richtet, viel lauter Sprechen, um seiner Stimme Gehör zu verschaffen, was aufdringlich oder aggressiv wirken kann. 

Weitere Nachteile hierbei sind nicht hörbare Diskussionsbeiträge, untergehende Argumente, Probleme mit der Audioübertragung beim Webcasting oder Verständnisschwierigkeiten für Menschen mit Hörbeeinträchtigung, die auf das korrekte Funktionieren des Konferenzsystems angewiesen sind. 

Wenn Sie diese Aspekte - AV-Anforderungen, Raumakustik und Mikrofontechnologie - berücksichtigen, werden Sie das bestmögliche Klangergebnis erzielen und den Ausschuss- oder Ratsmitgliedern sowie dem teilnehmenden Publikum eine angenehme und zufriedenstellende Nutzererfahrung ermöglichen.

Kevin Beazley

Kevin Beazley is the conferencing systems manager for Shure UK Systems Group. He specialises in the design of conferencing and discussion systems.