Grundlegende Tipps für die Akustik in Besprechungsräumen

Julian Simpson | 31.01.2020

Klare Kommunikation ist für effektive Besprechungen in modernen Unternehmen und Organisationen ein essentieller Faktor. Wenn die Kommunikation nicht funktioniert, sinkt die Produktivität und Ihr Unternehmen leidet darunter.

Deswegen ist die Raumakustik so wichtig. Wenn Ihre Audiolösung nicht an den Raum angepasst ist, werden Besprechungen oder Videokonferenzen massiv beeinträchtigt. Schlechte Sprachverständlichkeit kann dazu führen, dass Informationen für Teilnehmer wiederholt werden müssen oder Details überhört werden. Beides hat einen negativen Einfluss - auf die Besprechung selbst und damit letztendlich auch auf Ihr ganzes Unternehmen.

Die Herausforderungen moderner Arbeitsumgebungen

Zeitgemäße Besprechungsräume mit passenden Audiolösungen sind eine große Herausforderung für AV-Teams.

Designer moderner Büros bevorzugen harte, reflektierende Oberflächen. Diese Umgebungen sind optisch ansprechend, bereiten AV-Teams jedoch erhebliche Probleme. Die Schallausbreitung hängt maßgeblich von der Raumgestaltung ab - die Audiolösung muss also daran angepasst werden. Konsistente Audioqualität und Sprachverständlichkeit sind eine grundlegende Voraussetzung für erfolgreiche Besprechungen und müssen in jedem Raum gewährleistet sein.

Ich war früher als Rundfunk-Toningenieur bei der BBC und als Elektroakustikexperte bei Brüel & Kjær beschäftigt. Jetzt, bei Shure, helfe ich Unternehmen und Organisationen bei der Bewältigung von Herausforderungen im Audio-Bereich und unterstütze Endkunden bei der Entwicklung und Installation standardisierter AV/IT-Systeme.

Im folgenden gebe ich Ihnen ein paar grundlegende Tipps, wie Sie das meiste aus Ihrer Raumakustik und ihren AV-Konferenzlösungen herausholen.

Bedenken Sie, dass sich Technologie und Raumakustik gegenseitig beeinflussen

Vor 200 Jahren hatten wir nicht die Möglichkeit, elektrische Verstärkung oder digitale Signalverarbeitung für Schallquellen zu nutzen.

Ob im Boardroom oder im Rathaussaal: Die Architekten mussten damals bereits bei der Raumgestaltung bestimmte Formen und Materialien wählen, um die gewünschte akustische Umgebung zu erschaffen. Und das gilt auch noch heute. Obwohl wir inzwischen die Klangqualität in einem Besprechungsraum mithilfe der Elektronik erheblich beeinflussen können, wirkt sich die Raumgestaltung immer noch maßgeblich darauf aus. Wenn Sie an der Raumgestaltung beteiligt sind, sollten Sie sicherstellen, dass Audio und Akustik von Beginn an einen wichtigen Stellenwert einnehmen. Das spart sowohl Zeit als auch Geld und macht Umbauten im Nachhinein unnötig.

Moderne Raumästhetik beeinflusst die Audioqualität

In Skandinavien sind Glas und harte Oberflächen in Büroräumen sehr beliebt. Harte Holzböden, Glaswände und freiliegende Ziegelwände liegen bei Raumgestaltern im Trend, sind aber nicht ideal für gute Audioqualität.

Viele Firmen und Innenarchitekten favorisieren eine geradlinige Ausstattung mit glatten Oberflächen. Aber wenn die Umgebung zu steril ist, wird der Schall im Raum nirgendwo absorbiert. Dies verursacht Audio-Probleme wie unerwünschte Reflektionen, Echos oder Deadspots.

Akustische Oberflächenbehandlung

Ich habe neulich miterlebt, wie der AV-Manager eines Kunden das Management überzeugte, in ihren Huddle Rooms einen Hochflorteppich auszulegen. Solch ein Teppich ist zwar schwer sauber zu halten, dafür wurde jedoch die Raumakustik erheblich verbessert. Vor der Umgestaltung haben die Angestellten diese Räume gemieden, da der Schall stark reflektiert wurde und die Akustik sehr anstrengend war.

Diese Verbesserung ist ein großartiges Beispiel dafür, wie bestimmte Materialien in einem Raum die Akustik und Audioqualität beeinflussen können.

Eine akustische Optimierung durch Wandelemente ist relativ preiswert und kann optisch ansprechend gestaltet werden. Viele Firmen wählen Absorber-Panels, die wie gedruckte Grafiken aussehen. Sie können zum Beispiel das Firmenlogo oder eine Grafik in den Unternehmensfarben auf die Front drucken lassen. Die Elemente werden an der Wand des Besprechungsraums angebracht, und häufig ist gar nicht erkennbar, dass eine Grafik oder ein Bild eigentlich der akustischen Optimierung dient. Es ist ein effektiver Weg, Audio mit Ästhetik zu verbinden.

Erinnern Sie die Teilnehmer an die Meeting-Etikette

Papierrascheln, das Verteilen von Handouts oder Tippen auf einer Tastatur und andere Geräusche stören die Besprechung und beeinträchtigen die Sprachverständlichkeit. Wenn wir in einem Raum mit jemanden von Angesicht zu Angesicht reden, filtern wir diese Störgeräusche instinktiv heraus. Wenn wir uns jedoch an einem anderen Standort befinden und per Telekonferenz mit jemandem sprechen, fallen diese Geräusche viel mehr ins Gewicht.

Es kann also hilfreich sein, die Teilnehmer zu Beginn einer Besprechung an die Meeting-Etikette zu erinnern – obwohl es vielleicht zu viel verlangt ist, dass die Teilnehmer während der gesamten Besprechung vollkommen still sitzen. Wenn die AV-Ausstattung Mikrofonarrays umfasst, folgen diese automatisch dem aktuellen Sprecher und unterdrücken gezielt Umgebungsgeräusche.

Die Shure MXA910 Decken-Mikrofonarrays mit IntelliMix® helfen gezielt dabei, die Sprachverständlichkeit zu optimieren. Da diese Arrays sehr unauffällig sind, vergessen die Besprechungsteilnehmer häufig, dass überhaupt Mikrofone vorhanden sind, und sprechen verständlicher und natürlicher. Die acht steuerbaren Richtkeulen sorgen für einen schmalen, gerichteten Aufnahmebereich.

Positionierung von Lautsprechern im Raum

Es ist keine gute Idee, einen Lautsprecher in der Ecke unter der Decke zu positionieren, auch wenn die Intuition uns sagt, dass damit die beste Raumabdeckung erzielt wird. Wenn Lautsprecher in den Ecken platziert werden, werden die Raumresonanzen verstärkt, der Schall wird ungleich verteilt und die Sprachverständlichkeit nimmt ab - sowohl vor Ort als auch am anderen Standort einer Telekonferenz.

Sie haben vielleicht eine große Summe für hervorragende Lautsprecher ausgegeben - nun sollten Sie nicht auf den Gebäudetechniker hören, der diese am liebsten irgendwo unauffällig platzieren möchte, wo sie nicht im Weg sind. Nicht umsonst ist in jeder Studioumgebung der Lautsprecher Teil des Mobiliars und wird nicht versteckt oder irgendwo in die Ecke gestellt. Das sollten wir auch bei der Gestaltung von Besprechungsräumen beachten.

Die Sprecher müssen sich nicht nah am Mikrofon befinden, um gut verstanden zu werden

Abgesehen von Headsets oder Lavaliermikrofonen müssen Mikrofone nicht nah am Sprecher sein, um gute Sprachverständlichkeit zu erzielen. Wenn der Sprecher zu nah ist, wird die Stimme oft verzerrt, weil das Mikrofon übersättigt ist. Wenn ein Teilnehmer am anderen Standort sich über eine zu geringe Lautstärke beschwert, liegt das immer an einer mangelhaften Signalverarbeitung, und nicht an der niedrigen Eingangslautstärke am Mikrofon – die Teilnehmer vor Ort können den Sprecher schließlich auch verstehen.

Ich weiß, dass das Microflex Advance MXA310 Tisch-Mikrofonarray oft zwischen den Teilnehmern weitergereicht wird. Aber das ist gar nicht notwendig. Die Abdeckung des Arrays erlaubt es Ihnen, sich ausschließlich auf das zu konzentrieren, was Ihr Meeting benötigt: klare und effektive Kommunikation.

Julian Simpson

Market Development Manager Julian Simpson is a specialist in architectural electroacoustics with a current focus on mapping the need in the Nordic Countries for transmitting highly intelligible audio between huddle, meeting and conference rooms in step with the movement to reduce (air) travel between meetings.