Audio im akademischen Umfeld

John Ellis | September 12, 2019

In den letzten Jahren hat sich in Klassenzimmern und Unterrichtsräumen eine Entwicklung vom Frontalunterricht hin zu variierten Lehrstilen vollzogen, bei denen das Lernen durch Zusammenarbeit und Interaktion gefördert wird. Dies gilt insbesondere für den Bereich der höheren Bildung, wo Lernende sich – unabhängig vom Kursformat – aktiv mit Kommilitonen und Lehrenden austauschen, um ihre Bildungserfahrung so reichhaltig wie möglich zu gestalten.

Dieser Wandel hat in den vergangenen 20 Jahren die Entwicklung neuer Technologien vorangetrieben. Studierende kommen heute mit einem Arsenal an Geräten an die Colleges und Universitäten – Smartphones, Tablets und Laptops – und erwarten, überall eine Verbindung vorzufinden. Dadurch hat sich das Lernen in eine weitaus interaktivere Richtung verlagert, mit Apps, die den Studierenden ermöglichen, Inhalte zu lernen, anzuschauen und zu teilen.

Die Hochschulen müssen mit diesen Anforderungen Schritt halten, um für neue Bewerber attraktiv zu bleiben. Viele haben erkannt, dass sie wettbewerbsfähige Technologien einsetzen müssen, die den stetig wachsenden Ansprüchen der Nutzer gerecht werden. Dies hat auf der ganzen Welt zu einem enormen Anstieg bei der Nutzung von AV-Technik in der Hochschullandschaft geführt.

Integrierte Installationen und guter Ton fürs Lernen

Universitäten kennen den Wert einer integrierten AV-Installation und wissen, dass die Tonqualität beim Lernen eine wichtige Rolle spielt. Studien zeigen, dass eine hohe Audioqualität mit niedrigem Klirrfaktor und einem breiten Übertragungsbereich längeres Zuhören und die Konzentration unterstützt, während dies bei verzerrtem, verrauschtem oder hallendem Ton nicht der Fall ist. Wenn Dozenten klar und deutlich zu verstehen sind, hat dies erhebliche Auswirkungen auf das Lernvermögen der Studierenden.

In einem Unterrichtsraum gibt es keine Garantie für eine gute Akustik, und daher ist es wichtig, die Audioinstallation genau auf den jeweiligen Raum zuzuschneiden. Um beispielsweise in einem hallenden Raum die Interaktion zwischen Dozent und Studenten zu gewährleisten, ist eine Positionierung des Mikrofons in der Nähe der primären Schallquelle notwendig. Bei dieser Anwendung ist ein Schwanenhalssender oder Taschensender aus der lizenzfreien Microflex Wireless Dect Reihe von Shure für Dozenten ideal.

Allerdings bietet sich in vielen Unterrichtsräumen ein Decken-Mikrofonarray wie das Microflex® Advance™ MXA910 als optimale Lösung an. Dieses Mikrofon ist diskret, gerät bei Kameraaufnahmen nicht ins Bild und befreit Dozenten von der Notwendigkeit, Taschensender zu tragen oder vor einem Schwanenhalsmikrofon stehen zu müssen, und kann so für Dozenten und Lernende zu einer angenehmeren Umgebung beitragen.

Fernüberwachung

Auch den Faktor Zeit gilt es zu bedenken. Da viele Hörsäle beinahe ununterbrochen genutzt werden, ist es sehr von Vorteil, wenn Verzögerungen durch nicht funktionierende oder gestörte Audiotechnik vermieden werden können. Die Möglichkeit der Fernüberwachung von Geräten bringt eine weitere Effizienzsteigerung.

Da sich Universitätsgelände oft über ein größeres Gebiet oder mehrere Standorte erstrecken, können stark nachgefragte AV-Teams durch die Fernüberwachung von Geräten sehr viel Zeit sparen. Mit der SystemOn Audiogeräte-Management-Software von Shure beispielsweise kann das AV-Team jeden Morgen durch eine Fernüberprüfung feststellen, ob alle Mikrofone an Ort und Stelle und vollständig aufgeladen sind. Dadurch wird sichergestellt, dass Vorlesungen nicht durch einen Mikrofonausfall beeinträchtigt werden und die Dozenten bei dichtgedrängtem Zeitplan nicht auch noch Geräte anschließen und Mikrofone testen müssen.

Vorlesungsmitschnitte

Es sollte beachtet werden, dass nicht alle Studierenden bei Vorlesungen vor Ort anwesend sind. Da sich das Fernstudium immer größerer Beliebtheit erfreut und Unterrichtseinheiten zur späteren Ansicht und Verwertung archiviert werden, sind das Mitschneiden und Streamen der Vorlesung mittlerweile erfolgskritisch. Daraus ergibt sich eine neue, unabdingbare Anforderung an das AV-Team: hervorragende Tonqualität. 

Beim Mitschneiden einer Vorlesung werden die Audiodaten oft in der Cloud gespeichert. In diesem Prozess findet an mehreren Punkten eine Kompression statt, und daher ist es wichtig, mit Ausgangsmaterial von sehr hoher Qualität zu beginnen. Die Aufnahmen werden häufig von Studierenden als Lernhilfe oder zum Aufholen verpasster Vorlesungen genutzt, weshalb gute Sprachverständlichkeit unerlässlich ist.

Ebenso kritisch ist die Wahl der geeigneten Richtcharakteristik. Falls Hintergrundgeräusche ein Problem darstellen, lässt sich mit Richtmikrofonen der erwünschte Schall mit maximaler Abdeckung aufnehmen, ohne dass die Raumgeräusche zu stark zu hören sind. Dieser Grad der Abdeckung ist wichtig, da die Interaktion mit dem Publikum ein Schlüsselelement der heutigen Studienerfahrung darstellt.

Zusammenarbeit und "Voice Lift"-Systeme

Zur Förderung der Zusammenarbeit am Lernort lassen sich Voice Lift-Systeme zum Vorteil der Studierenden innerhalb und außerhalb des Lehrraumes einsetzen. 

Voice Lift (Sprachunterstützung) verstärkt die Stimme von Vortragenden an verschiedenen Positionen, sodass sie sich im Raum umherbewegen können und vom Publikum deutlich gehört werden. Außerdem verstärkt Voice Lift die Stimmen der Menschen in einem Teil des Raumes, damit diejenigen auf der anderen Seite sie hören können. Anders als eine konventionelle Beschallungsanlage hebt ein Voice Lift-System nur die Frequenzbereiche an, die für die Sprachverständlichkeit am wichtigsten sind, und auch nur weit genug, um den Verlust auszugleichen, der durch die Entfernung zwischen den am weitesten voneinander entfernten Sprechern und Zuhörern im Raum entstanden ist.

Diskussionen bleiben im Fluss. Mit Voice Lift können die Studierenden einfach die Hand heben und reden. Niemand muss auf ein Handmikrofon warten oder darauf, dass Dozenten die Fragen wiederholen, damit alle Anwesenden sie hören können. Es gibt deutlich weniger Interaktion mit dem Mikrofon – die Studierenden müssen nicht mehr aufstehen und ein Mikrofon in die Hand nehmen – und die Stimmen werden leicht abgedämpft, damit sie im nächstgelegenen Lautsprecher nicht zu laut erscheinen. Das Ergebnis ist ein viel natürlicheres, dialogorientiertes Zusammenspiel, das nicht durch die Größe des Raums beeinflusst wird.

Der Weg in die Zukunft

Die Integration von hochwertigen, bereits verfügbaren Audiosignalen mit Video, Steuerung und Monitoring macht das Paket komplett – jedes Element ist wichtig, um die optimale Lehr- und Lernerfahrung zu bieten, bei der jede Stimme gehört wird.

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John Ellis

John Ellis is a Regional Sales Manager for the Shure UK Systems Group. When he is not out meeting with London's top AV integrators and consultants, you will find him demonstrating the finest modern jive dance steps this side of the Thames.